Parkraum in München ist Mangelware. Umso ärgerlicher, wenn bestehende Parkplätze in einer Tiefgarage nicht nutzbar sind, weil sie unter Wasser stehen. Die Hydro-Tech GmbH hat hier Abhilfe geschaffen.

Allgemeines

Bei dem Objekt handelt es sich um ein Bürohaus in München, ganz in der Nähe der Isar. Das ursprüngliche Gebäude wurde bereits im Jahr 1921 in Massivbauweise errichtet, der angrenzende Neubau – ebenfalls massiv – wurde unter Einsatz von Bohrpfahlwänden im Jahr 2002 nachträglich ergänzt.

 

Ist-Zustand

Wie eingangs erwähnt waren mit der Zeit so erhebliche Wassermengen in die Tiefgarage eingedrungen, dass die unteren Stellplätze der Doppelparker nicht mehr genutzt werden konnten. Das Wasser stand dort zum Teil bis zu 40cm tief und musste regelmäßig abgepumpt werden.

 

Ursachenforschung

Um die Undichtigkeit effektiv beseitigen zu können, musste zunächst deren Ursache ergründet werden. Eine erste Vermutung war das Vorhandensein einer Leckage zwischen der Bohrpfahlwand und der Tiefgaragendecke. Deswegen wurde zunächst das Erdreich am Mauerwerk von außen aufgegraben. Eine Überprüfung der Abdichtung hier zeigte aber, dass diese noch vollständig intakt war. Das Wasser musste also aus einer anderen Richtung in die Tiefgarage gelangt sein. Da sich an der vor der Bohrpfahlwand befindlichen Kalksandsteinwand im Inneren der Tiefgarage weiße Ausblühungen gezeigt hatten, wurde eine Bauteilöffnung an der Kalksandsteinwand vorgenommen.

Jetzt konnte man deutlich sehen, dass die dahinterliegende Bohrpfahlwand nass war. Hier lag also die Ursache der Feuchtigkeit und damit war auch der Arbeitsauftrag für die Hydro-Tech GmbH klar: Die Bohrpfahlwand musste abgedichtet werden.

Maßnahmen

Das Mittel der Wahl zur vollständigen Abdichtung der Wand war hier die sogenannte „Hinterschleierung“. Hierbei wird das außerhalb der Wand liegende Erdreich durch Einbringen eines Gelkissens so verdichtet, dass ein Eindringen von Wasser aus dem Außenbereich zuverlässig verhindert wird. Das Bauteil wird so zukünftig vor Wassereintritt geschützt.

Um diese Maßnahme durchführen zu können, musste zunächst die Kalksandsteinwand rückgebaut werden. Jetzt konnte man an der freigelegten Bohrpfahlwand genau ablesen, an welchen Stellen die Feuchtigkeit eingedrungen war. Anschließend konnte der Bereich der abzudichtenden Fläche eingegrenzt werden.

Nach Festlegung des zu bearbeitenden Bereichs wurden hier rasterartig Bohrlöcher gesetzt – horizontal und vertikal im Abstand von jeweils 25 cm. Grundsätzlich ist hierbei darauf zu achten, dass die oberste Reihe des Bohrrasters den höchsten üblicherweise zu erwartenden Grundwasserstand übersteigt. In die Bohrlöcher wurden dann Schraubpacker eingeschraubt. Durch diese Schraubpacker wurde danach mittels einer Pumpe ein Gel in das hinter der Wand liegende Erdreich injiziert.

Da das zu sanierende Gebäude in der Nähe der Isar liegt, ist das hier vorhandene Erdreich sehr locker und inhomogen. Es existieren Steine, Kiesnester, Erde – dazwischen Lufteinschlüsse und kleinste Kanäle. Ideale Voraussetzungen, dass sich von außen drückendes Wasser einen Weg ins Mauerwerk suchen kann. Das Gleiche gilt natürlich auch für die andere Richtung. Die Verteilung des zunächst flüssigen Injektionsgels ist abhängig von der Beschaffenheit des Bodens im Außenbereich der Wand. Wir haben in diesem Fall das Erdreich mit dem Gel durchtränkt und einen „Gelschleier“ in einer Tiefe von 10 –15 cm aufgebaut.

Da die benötigte Materialmenge sowie die erforderliche Anzahl der Injektionsstufen davon abhängen, wie durchlässig der Boden außerhalb des zu bearbeitenden Bauteils ist, muss bei der Injektion berücksichtigt werden, dass genügend Material eingebracht wird. Gleichzeitig sollte aber auch darauf geachtet werden, dass nicht unnötig viel Material ins Erdreich abfließt. Um hier die ideale Balance zu erhalten, wird die Reaktionszeit des Gels durch Zugabe eines Härters gesteuert. Jahrzehntelange Erfahrung unserer Mitarbeiter im Bereich Abdichtung und viel Fingerspitzengefühl helfen hier, optimale Ergebnisse zu erzielen.

Durch die beschriebene Vorgehensweise wurde von uns eine wasserundurchlässige Schicht an der Außenseite des Gebäudes generiert. Damit war die Gefahr des erneuten Eindringens von Feuchtigkeit gebannt. Nach der erfolgreichen Durchführung der Hinterschleierung wurde an der Innenseite der Bohrpfahlwand noch eine zweilagige Dichtschlämme aufgetragen. Nach Absprache mit dem Bauherrn wurde die Bohrpfahlwand zunächst offen gelassen. Über den Winter hinweg konnte so kontrolliert werden, ob die Wand tatsächlich dauerhaft dicht ist. Da dies der Fall ist, kann die Kalksteinwand jetzt im Frühjahr wieder errichtet werden.

 

Ergebnis

Die Tiefgarage ist dicht. Endlich können auch wieder beide Stellplätze des Doppelparkers genutzt werden.