Brachiale Arbeiten im Rahmen eines Großprojekts. Wir berichten über den ersten Teil der Sanierung einer Tief-
garage im Herzen Münchens.

Allgemeines

Wir befinden uns bei diesem Bauvorhaben in einem Objekt in der Landsberger Straße. Sie gehört zu den Hauptein- und -ausfallstraßen Münchens und liegt ganz in der Nähe der Theresienwiese, auf der alljährlich das Münchener Oktoberfest stattfindet. Bei dem Sanierungsprojekt handelt es sich um eine zweistöckige Tiefgarage, welche mit einem Bürogebäude komplett überbaut ist. Errichtet im Jahr 1999 hat die Garage inzwischen knapp 20 Jahre Nutzung auf dem „Betonbuckel“.
 
Die Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen – vor allem an der Zwischendeckenunterseite und im Bereich von Rissen in der Bodenplatte im 3. UG. Aus diesem Grund wurden bauseitig umfangreiche Bauwerksuntersuchungen durchgeführt. Diese ergaben das Vorliegen einer chloridinduzierten Bewehrungskorrosion bei statisch hoch relevanten Bauteilen – eine grundlegende Gefahr für den Bestand und die Standsicherheit des gesamten Gebäudes. Um auch zukünftig eine sichere und langfristige Nutzung der Immobilie zu gewährleisten, war eine Sanierung unumgänglich.

 

Geplante Maßnahmen

Die in zwei Abschnitten geplante Maßnahme wird von Januar bis Mai 2018 ( BA I ) bzw. September 2018 bis Januar 2019 ( BA II ) durchgeführt werden. Die durch die Hydro - Tech GmbH auszuführenden Arbeiten beziehen sich ausschließlich auf den Innenbereich der Tiefgarage. Diese besteht komplett aus Stahlbeton in zwei Ebenen mit je ca. 3.100m² und mit einer Stärke von bis zu 1,05 m. Hierbei handelt es sich um eines der in der Instandsetzungsrichtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStB) festgelegten Prinzipien für die Instandsetzung von Beton bei standsicherheitsrelevanten Maßnahmen.

Grob vereinfacht und salopp gesprochen heißt das: Alle Chloride müssen raus. Das bedeutet, dass der Beton überall dort, wo der korrosionsauslösende Chloridgehalt überschritten wird, abzutragen und zu erneuern ist. Anschließend werden die Flächen mit einem geeigneten Oberflächenschutzsystem vor erneuter Korrosion geschützt.

Konkret heißt das in diesem Fall, dass die gesamte Bodenfläche des UG 2 und sämtliche Rissbereiche an Boden und Decke im UG 3 bearbeitet werden müssen. Im Bereich der Entwässerungsrinne mit den größten Belastungen werden sogar ganze Deckenfelder ausgebaut. Hierzu muss zuvor die bestehende Gussasphaltlage im UG2 abgebrochen werden.

Nach erfolgter Betonsanierung, also den groben Arbeiten, folgen die angenehmeren Feinarbeiten. Alle Flächen werden mit jeweils der Nutzung angepassten und hierfür geeigneten Oberflächenschutzsystemen beschichtet. Zur Anwendung kommen OS 11a, OS 11b, OS 8.15, OS 5b bzw. OS 2.

 

Herausforderung vor Ort

Da sich die Tiefgarage im Zentrum Münchens befindet, sind Parkplätze natürlich Mangelware. Aus diesem Grund kann nur jeweils die Hälfte der Garage für die Sanierungsarbeiten gesperrt werden. Die Beparkung durch die Nutzer wird über eine komplexe Ampelsteuerung und den Einsatz von Verkehrszeichen ermöglicht.

Erfahrungsgemäß sind diese Regelungen  grundsätzlich mit gewissen Schwierigkeiten verbunden, da die Nutzer sich erst einmal an die eingeschränkten Verhältnisse in der Tiefgarage gewöhnen müssen. Zudem kann die Verkehrsführung manchmal erst im Rahmen der Nutzung so optimiert werden, dass eine ausgewogene Balance zwischen den Anforderungen der Baustelle und den Bedürfnissen der Nutzer erzielt wird.
 
Bei dieser Baustelle musste die Verkehrsführung viermal nachgebessert werden. Aber jetzt ist ein reibungsloser und benutzerfreundlicher Ablauf des Verkehrs in der Tiefgarage gewährleistet.

Leider werden bei Arbeiten, die einen derart starken Eingriff in die Gebäudesubstanz beinhalten, auch die Gebäudenutzer oberhalb der Garage in der Regel nicht verschont und müssen während der Bauzeit mit gewissen Beeinträchtigungen rechnen. Der Lärm der Bauarbeiten ist für uns tägliches Brot – für die Mitarbeiter der Landeshauptstadt München, die in diesem Gebäude beschäftigt sind, sicherlich eine Herausforderung für die Nerven.
 
Wir bemühen uns natürlich trotzdem, die Durchführung für alle Seiten so angenehm wie möglich zu gestalten. Bislang haben alle Beteiligten ihr Bestes geben und es sind keine größeren Probleme oder Beschwerden aufgetreten. Dafür an dieser Stelle vielen Dank!

 

Fazit: Der erste Bauabschnitt ist fertig

Aktuell wurde der erste Bauabschnitt pünktlich zum
Redaktionsschluss der Kompakt Spezial II fertiggestellt, so dass wir Ihnen hier bereits Bilder des sanierten Objekts zeigen können.
 
Volle Konzentration heißt es im Anschluss beim zweiten Bauabschnitt. Gerade auch deshalb, weil dessen Beginn in den Zeitraum des Münchener Oktoberfestes fällt und dieses nur hundert Meter entfernt stattfindet. Zumindest wird es dann für die Bauleitung einfacher, bei einem Festbesuch der Wies´n einen Parkplatz zu finden…