Bereits im Jahr 2015 war die Hydro-Tech GmbH in der Johann-Strauß-Straße 8-12 in Unterhaching für den gleichen Auftraggeber im Rahmen des ersten Bauabschnitts dieser sehr umfangreichen Instandsetzungsmaßnahme tätig. Ziel war es damals,  die Balkone und Fassaden der Häuser technisch und optisch auf den neuesten Stand zu bringen. Jetzt wurden auch die Häuser 4 und 6 erfolgreich fertiggestellt.

Instandsetzungsziel

Bei der aktuell sanierten Wohnanlage handelt es sich um zwei Gebäude mit 132 Wohneinheiten, verteilt auf 11 Vollgeschosse, mit einer Gesamthöhe von ca. 33 m und insgesamt 176 Balkonen. Durchgeführt werden sollte die fachgerechte Instandsetzung der kompletten Stahlbeton-Balkonanlagen nach den Vorgaben der Instandsetzungsrichtlinie des DAfStb. Hierzu erfolgten auf den Balkonen in der vorgegebenen Bauzeit zwischen März und Dezember 2016 der Austausch der Fliesenbeläge und des Estrichs sowie die Erneuerung der Geländer und der Balkontrennwände. Außerdem sollte eine Sanierung der gesamten Fassadenfläche inklusive Fugen und Brüstungsflächen der Balkone durchgeführt werden.

Balkone

Rückbau
Nach der Gerüststellung wurden zunächst die angerosteten Balkongeländer und die Trennwände  komplett entfernt. Auch bei dieser Wohnanlage zeigte sich, dass bei einem Großteil der Balkone Rissbildungen und Hohllagen in den Fliesenbelägen vorhanden waren. Diese wurden deswegen zusammen mit dem Estrich inklusive der Wasserspeier komplett ausgebaut und fachgerecht entsorgt.

Schadstellenbehandlung
Danach erfolgten die Reprofilierung aller Schadstellen sowie die Vorbereitung des Untergrundes für den Einbau eines Verbund-Gefälleestrichs.
 
Estrich
Beim Estricheinbau wurde ein neues, trichterförmiges Gefälle  von den aufgehenden Bauteilen an den  Fensterfronten und den Seitenflanken hin zu den quadratischen Speiern, die mittig in den Brüstungsplatten eingesetzt sind, ausgebildet.

Fliesenbeläge
Nach Austrocknung des Verbund-Gefälleestrichs wurden die  Bauteile mittels wasserdichter, 2-komponentiger Abdichtung für die Fliesenverlegung vorbereitet. Anschließend konnten neue rutschhemmende Fliesenbeläge nach Vorauswahl der Eigentümer verlegt und verfugt werden. 
 
Fugen
Wie schon zuvor bei den Häusern 8-12 wurden zu Beginn der Baumaßnahme die vorhandenen Fugen auf Schadstoffe hin untersucht. Das Material musste auf Grund des PCB-Gehaltes (> 50 mg/kg) als gefährlicher Abfall eingestuft werden. Anmeldung, Abbruch, Sanierung und Entsorgung erfolgten gemäß BGR 128 und TRSG 524.

Fassaden- und Brüstungsflächen

Da eine Bearbeitung mittels Höchstdruckwasserstrahlen aufgrund der Undichtigkeiten der Fenster und Türen sowie der PCB-haltigen Fugen nicht möglich war, wurden die alten Putz- und Farbschichten auf der gesamten Fassadenfläche, den Brüstungsinnen- und Außenseiten sowie an den geschädigten Bereichen der Deckenuntersichten im vorderen Drittel mittels Schleifen entfernt. 

Sicherheitsrisiko Brüstungsplatten
Während der bereits laufenden Sanierung wurde festgestellt, dass bei einer vorangegangenen Sanierung viele Verankerungen der Betonplatten durchtrennt worden waren und die Platten dadurch „wackelten“.

Nach Beurteilung des IST-Zustandes der Bestandsbewehrung an bisher unangetasteten Konsolenbewehrungen stellte der Statiker vor Ort fest, dass diese weder ein Zugband noch Querkraftbügel besaßen und somit die Standsicherheit gefährdet war. 

An beiden Hochhäusern wurden deswegen alle vorgehängten Fassaden-Platten (2* 242 Stück a` 1,4 Tonnen) nach statischen Vorgaben mit Querkraftdübeln und Zugankern aus V4A Stahl an der tragenden Stahlbetonkonstruktion nachverankert (siehe hierzu ausführlich auch Kompakt Frühjahr 2016).  

Oberflächenschutz
Nach allseitigem Farbabtrag durch Schleifen und Sanierung der Schadstellen wurde auf  alle Fassaden und Brüstungsflächen eine zwei- bzw. dreilagige Schicht Feinmörtel in mehreren Arbeitsgängen aufgetragen.
 
Vor dem Anstrich wurden die Fassaden- und Brüstungsflächen dann zunächst mit einer quarzhaltigen Grundierung vorbehandelt. Auf die Decken und Brüstungsinnenseiten wurde ein starres Oberflächenschutzsystem OS 4 aufgetragen. Die Brüstungsaußenseiten und alle Fassadenflächen wurden mit einem rissüberbrückenden Oberflächenschutzsystem OS 5 mehrfarbig gestrichen und als letztem Arbeitsgang mit elastischer Beschichtung überzogen. 

Dem Beschichtungssystem lag ein mit dem Auftraggeber abgestimmtes Farbkonzept zugrunde.

Geländer
Zum Abschluss der Baumaßnahme wurden neue Geländer-elemente aus Edelstahl  montiert. Die Befestigung erfolgte über quer verlaufende Flachstähle an den Brüstungsinnenseiten. Der Zuschnitt der beschriebenen Edelstahl-Geländer-Teile erfolgte mittels Lasertechnik und die Befestigung mit V4A Dübeln und Muttern nach statischen Vorgaben. 
 

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